Man war sich in der Vorstandschaft nicht so ganz sicher, ob das ausgewählte Thema zum „5. Eschelbronner Feierabend“ viele Besucher ins Museum locken würde. Schliesslich klingt die Überschrift „Museumsbibliothek und -Antiquariat“ eher nach trockener und schwer verdaulicher Kost. Aber man wurde positiv überrascht, denn beim „Eröffnungs-Sektempfang“ draussen in der Pausenhalle konnte Vorstand Rainer Heilmann nicht nur viele Eschelbronner Heimatfreunde, sondern auch Besucher aus den umliegenden Ortschaften begrüssen. Er unterstrich noch einmal die Wichtigkeit der Erfindung des Buchdrucks mit seiner enormen Bedeutung bis heute, bevor man ins Museumsfoyer hinüberwechselte, wo vor den grossen Bücherregalen die kurzen Vorträge gehalten wurden. Dort waren die Stühle bis auf den letzten Platz besetzt und einige Heimatfreunde lauschten auch stehend den Ausführungen der Vortragenden.
Zunächst berichteten Siegfried Daubenschmidt aus Sinsheim, ehemaliger Rektor an der dortigen Friedrich-Hecker-Schule und Gerd Prilop, Fachlehrer in der Schreinerabteilung an gleicher Schule, über die Anfänge der Bibliothek.
Beide wurden über ihren früheren Kollegen an der Schule, Hans-Peter Miesel, zur Museums-Mittwochstruppe geschleust und seitdem sind beide mit Begeisterung dabei. Sie berichteten, wie sie die unzählig vorhanden Fachbücher und Fachzeitschriften gesichtet, geordnet und katalogisiert haben, so, dass man ein Werk auch findet, wenn man nach ihm sucht. Aber nicht nur Literatur über die Schreinerei und das übrige Handwerk, auch vieles zur Heimatgeschichte ist Bestandteil der Bibliothek.
Auf diese Heimatgeschichte ging dann Roland Wolf näher ein und er stellte dem Publikum die lückenlose Sammlung aller Amtsblätter seit dem Jahr 1970 vor. Sein Vater Wilfried Wolf hatte vor 55 Jahren damit begonnen, diese Blätter zu sammeln und jährlich zu einem Buch zu binden. Nach seinem Tod 2007 wurde dies von seinem Sohn fortgesetzt. Auch über das historische „Zins- und Lagerbuch“ aus dem Jahr 1794 wurde berichtet.
Es ist bei der Gemeinde sicher archiviert und kann aber im Museum zusätzlich eingesehen werden, da es vor 20 Jahren digitalisiert Blatt für Blatt ausgedruckt wurde.
Schliesslich war auch noch die vollständige Sammlung der Heimatzeitschrift „Howwl“ Teil des Vortrags. Dieses heimatkundlich sehr interessante Heft erschien in 33 Bänden und wird heute aber leider nicht mehr hergestellt.
Am Ende der Vortragsreihe stellte sich der Buchbinder und Antiquar Friedrich Welz aus Bammental vor. Er führte viele Jahre lang ein Antiquariat in der Heidelberger Altstadt mit einem unermesslichen Schatz an Büchern. Heute betreibt er noch eine kleine Buchbinderei zu Hause in Bammental. Seit 2008 bindet er zuverlässig die Amtsblätter des Gemeindeverwaltungsverbandes Elsenztal, die inzwischen jährlich einen Umfang von drei Bänden erreicht haben und darüber hinaus auch die Protokolle der öffentlichen und nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen von Eschelbronn. Er ist inzwischen durch seine langjährige Arbeit ein guter Freund und Kenner des Schreinerdorfs geworden.
Er beschrieb seine Tätigkeit in den Einzelheiten und auch er betonte noch einmal die Bedeutung von Büchern und Heften aus der Vergangenheit, in denen das Wissen an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird. Er freute sich, dass es in Eschelbronn Heimatfreunde gibt, die solch eine Bibliothek betreiben und pflegen und er rief dazu auf, immer mal wieder einen Blick in diese Sammlung, mal etwas abseits der digitalen Welt, zu werfen.
So verliefen die Vorträge der Referenten doch recht kurzweilig und draussen in der Pausenhalle konnte man bei einem deftigen Hausmacher-Vesper noch jede Menge Fachgespräche führen.
Rainer Heilmann bedankte sich bei allen Anwesenden für ihr Interesse und für ihr Kommen und verwies schon auf den nächsten „Feierabend“, der am Freitag, 26. Juni wieder mit einem heimatkundlichen Thema stattfinden wird.