15. Februar 2020 Zukünftige Rad-Guids der Metropolregion im Museum

„Rad-Guides“ der Metropolregion hatten Schulungstag in Eschelbronn

mit anschliessendem Rundgang durch das „Schreiner- und Heimatmuseum“

Gut die Hälfte ihrer 11-monatigen Ausbildung haben die künftigen „Rad-Guides“ der Metropolregion Rhein-Neckar jetzt hinter sich.

Im Juli, wenn die 25 Lehrgangsteilnehmer erfolgreich ihre Prüfung bestanden haben, dann sind sie als „Botschafter der Region“ touristische Ansprechpartner auf dem Fahrrad.

Sie zeigen Wege und Ecken, die oftmals noch unbekannt sind und steuern Sehenswürdigkeiten an, die die Region ausmachen.

Ein Merkmal dieser Ausbildung, bei der qualifizierte Referenten ein Wissen zu Flora, Fauna und Kulturgeschichte des Landkreises vermitteln, ist das hautnahe Kennenlernen von „Leuchttürmen“ in der Umgebung, in der man künftig aktiv sein wird.

Besuche in Naturparkzentren, in Naturfreundehäusern, in Burgen, Schlössern und Museen waren schon Bestandteil des Schulungsprogramms und jetzt traf sich die Runde in der „Sinsheimer Erlebnisregion – Der Norden des Südens“. Dies ist eine Tourismuskooperation, die 2017 von neun Gemeinden in der Region gegründet wurde.

In Steinsfurt wurde das Lerchennest und in Eschelbronn das Schreiner- und Heimatmuseum besucht.

Hans-Ingo Appenzeller, dessen Vater Hans Appenzeller Gründer des Vereins „Freunde des Lerchennestes“ war, führte die Radler durch die Räume in Steinsfurt und hatte in diesem Zusammenhang allerhand über die Zeit von Friedrich dem Großen zu erzählen, zu dessen Nachfahren aus dem Hause Preußen man heute noch gute Kontakte pflegt. Erinnert wurde an den Fluchtversuch des späteren Königs von Preußen im August 1730. Die Namensgebung des Lerchennestes geht auf die Begegnung des Kronprinzen mit dem Bauern Lerch zurück.

Thomas Adam, Museumsleiter in Bruchsal und ein Kraichgau-Kenner wie kaum ein anderer, beschrieb diesen Landstrich gewohnt erfrischend und bis ins Detail, wobei er auch sein Buch „Der Kraichgau – Eine kleine Geschichte“ vorstellte.

Im Schreiner- und Heimatmuseum wurden die Gäste tags darauf von Bürgermeister Marco Siesing begrüsst, der kurz die Geschichte des Schreinerdorfs umriss.

Thema des anschliessenden 3-stündigen Schulungsprogramms war das Verkehrsrecht für Radfahrer. Die Referentin Angelika Reimann vom „Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club“ (ADFC) analysierte in mehreren Bildern knifflige Verkehrssituationen für Radfahrer und stellte ganz aktuell die „Novelle Verkehrsrecht“ vor, die vom Bundesrat verabschiedet wurde.

Darin wurden einschneidende Änderungen in der Strassenverkehrsordnung, was auch die Radfahrer betrifft, beschlossen.

Eine Führung mit Rainer Heilmann vom Heimat- und Verkehrsverein durch das Museum, das mit wenigen Aussnahmen noch keiner der Teilnehmer kannte, rundete die Veranstaltung ab.

Kaufmannsladen 1

Besondere Aufmerksamkeit fand der historische Kaufmannsladen im Keller des Schreiner- und Heimatmuseums, wo man in die Zeit Mitte des letzten Jahrhunderts zurückversetzt wurde.

Beate Otto von der „Stabsstelle Wirtschaftsförderung“ beim Landratsamt, die das gesamte Ausbildungsprogramm koordiniert, bedankte sich bei den Referenten und Museumsführern für ihre kurzweiligen Beiträge und verwies schon auf den nächsten Termin im März, an dem man sich im Kreisarchiv in Ladenburg trifft.